Der Begriff Sichuan-Becken leitet sich von der Provinz Sichuan ab, in der es auch liegt. Es wird teilweise vom Fluss Jangtse durchflossen und wird wegen seiner roten, teils purpurroten, Böden auch Rotes Becken genannt. Das Becken liegt ziemlich zentral in der Volksrepublik China, eher etwas südwestlich. Es hat eine fast rechteckige, in ein Parallelogramm übergehende, Form, wobei es von Südwesten nach Nordosten eine Ausdehnung von ungefähr 600 km in seiner Länge und knapp 400 km in seiner Breite aufweist. Das Becken wird fast vollständig von Gebirgen umsäumt. Diese sind das Wushan-Gebirge, das Dalou-Gebirge, das Daliang-Gebirge, das Qionglai-Gebirge, das Minshan-Gebirge, das Daba-Gebirge und das Micang-Gebirge. Ein Teil des Gebietes wird von der Chengdu-Ebene mit ihren fruchtbaren Böden gebildet.
Das Sichuan-Becken zeichnet sich durch ein ausgeglichenes Klima aus. Feuchte und heiße Sommer wechseln sich mit milden und ebenso feuchten Wintern ab. Fast das gesamte Jahr hindurch fallen Niederschläge, wobei in den Sommermonaten die Niederschlagsmengen am höchsten sind. Die bereits genannten Gebirge schirmen das Becken vor allem im Osten und Norden gegen den Zustrom kontinentaler Kaltluft ab. Im Süden hingegen gestatten die etwas niedrigeren Höhenzüge den Zustrom subtropischer Luftmassen. Diese idealen klimatischen Bedingungen in Verbindung mit den fruchtbaren Böden gestatten landwirtschaftliche Aktivitäten so ziemlich das komplette Jahr hindurch. Das Sichuan-Becken kann auf eine Wachstumsperiode von 11 Monaten verweisen und ist die Reiskammer Chinas. Eine intensive Landwirtschaft wird hier schon seit über 2000 Jahren betrieben.
Sichuan bedeutet „Vier Flüsse. Von denen wird die Provinz auch durchzogen. Alle vier münden dann in den Jangtse. Nicht nur die Landwirtschaft im Becken ist für das gesamte China überaus bedeutungsvoll, hier lagern auch begehrte Rohstoffe. Es werden bedeutende Mengen an Erdgas gefördert. Lagerstätten von Kohle, Salz, Phosphor und verschiedenen Erzen werden bereits ausgebeutet oder warten noch auf ihre Erschließung.