Chinesische Gartenkunst

Die Gestaltung von Gärten gehört zu den wichtigsten Komponenten der chinesischen Kultur. Die Entwicklung und Vervollkommnung der Gartenkunst während der chinesischen Dynastien lässt sich bis in das 3. Jahrtausend v. Chr. zurück verfolgen. Traditionell stehen in der chinesischen Gartenkunst nicht unbedingt die Pflanzen im Vordergrund. Chinesische Gärten sollen vielmehr ein Abbild des idealen Universums darstellen. Nicht weniger als diesen Anspruch erhebt die traditionelle chinesische Gartenkunst für sich. Wesentliche Bestandteile sind deshalb künstlich angelegte Hügel und Seen, ungewöhnlich geformte Einzelpflanzen oder Pflanzengruppen oder auch Steine oder Konstruktionen aus solchen.

Die Kunst der Gestaltung von Gärten und die traditionelle chinesische Landschaftsmalerei, die äußerst sinnbildlich ist, stehen dabei in einer sehr engen, sich gegenseitig beeinflussenden, Beziehung. In Europa traten Gärten und Malerei erst im Laufe des 18. Jahrhunderts miteinander in Verbindung. In China jedoch haben sich beide Kunstformen parallel zueinander entwickelt. Auch andere Kunstformen wie Dichtung, Architektur, Bildhauerei, Dramatik und Kalligraphie haben die Entwicklung der chinesischen Gartenkultur in nicht geringem Maße beeinflusst. Chinesische Gärten stellen quasi ein Spiegelbild aller Formen der Kunst dar. Die chinesische Gartengestaltung möchte eine Harmonie zwischen Himmel, Erde, Wasser, Steinen, Wegen, Gebäuden und schließlich auch Pflanzen erreichen. All diese sind die sogenannten “Sieben Dinge”. Der Mensch könnte sich dann als achter in diese Harmonie einfinden. In einem chinesischen Garten dominieren vor allen genannten allerdings das Wasser und die Steine. Der Planet Erde besteht schließlich im Wesentlichen aus den Ozeanen und der Landmasse.

Beide Hauptbestandteile werden immer von Brücken miteinander verbunden bzw. überspannt. Dabei spielen verblüffende Konstruktionen eine sehr wichtige Rolle. Eine kunstvoll gestaltete Brücke verleiht einem gelungenen Garten erst den höchsten Adel. Neben den Brücken kommt in chinesischen Gärten auch anderen Bauwerken eine tragende Bedeutung zu. Sie sollen ein Ort des Vergnügens und des Ausruhens sein. Traditionelle Bauformen neben den schon erwähnten Brücken sind dabei Pavillons, die gleichzeitig auch das Wahrzeichen eines jeden Gartens darstellen.